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Wolfkundgebung

Kundgebung gegen den Wolf: Eine Zukunft für Schaf und Ziege

Reportage und Bildergalerie in Schweizer Bauer

 

Die Forderungen der Schaf- und Ziegenzüchter

An ihrer gemeinsamen Kundgebung in Bern, organisiert vom Verein zur Verteidigung gegen Grossraubtiere (VVG), vom Schweizerischen Schafzuchtverband (SZV) und vom Schweizerischen Ziegenzuchtverband (SZZV), präsentierten die Kleinviehzüchter ihre Anliegen für eine Zukunft von Schaf und Ziege in der Schweiz. Die Kundgebungsteilnehmer verteilten den interessierten Passanten über 2000 Flugblätter und verwöhnten die neugierigen Kinder mit einem feinen Lebkuchen.

Vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) fordern die Schaf- und Ziegenhalter, dass die Anliegen, die bereits bei der Stellungnahme zum Wolfskonzept dargelegt wurden, ernstgenommen und bei der zukünftigen Wolfspolitik auch berücksichtigt werden.

  • Verminderung oder Aufhebung des Schutzes des Wolfes.
  • Herabsetzung der für eine Abschussbewilligung nötigen Anzahl gerissener Tiere.
  • Abgeltung aller der durch die Wolfspräsenz verursachten finanziellen Einbussen und indirekten Kosten.
  • Einflussnahme und Mitspracherecht bei der Definition der zumutbaren Schutzmassnahmen.
  • Vertretung in den wichtigen Kommissionen.
  • Vermehrte Berücksichtigung der Interessen der Landwirtschaft und insbesondere der Schaf- und Ziegenhaltung bei der Umsetzung der Wolfspolitik in der Schweiz.

Ursula Herren, SZZV 

 

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 Fakten und Anliegen (PDF)

 

Eine Zukunft für Schaf und Ziege: Gegen 1000 Personen traten vor dem Bundeshaus gegen den Artenschutz des Wolfes an

Ein Zusammenleben von Schafen resp. Ziegen und Wölfen ist in der Schweiz unter tragbaren und zumutbaren Bedingungen nicht möglich. Die Erfahrungen dieses Sommers mit rund 200 gerissenen Tieren haben dies eindrücklich unter Beweis gestellt. Um den Anliegen der Schaf- und Ziegenhalter in der Bevölkerung und bei den eidgenössischen Räten Gehör zu verschaffen, traten am 20. November 2009 gegen 1000 Kleinviehzüchter und Sympathisanten unter dem Motto „Eine Zukunft für Schaf und Ziege" vor dem Bundeshaus in Bern gegen den übermässigen Artenschutz des Wolfes an. Die Nationalräte Roberto Schmidt (CVP/VS) und Oskar Freysinger (SVP/VS) verwiesen in ihren eindrücklichen und mit viel Applaus quittierten Referaten auf ihre Vorstösse zur Korrektur der Wolfspolitik des Bundesrates. Die Motionen dieser beiden Parlamentarier sowie die Vorstösse von Ruedi Lustenberger (CVP/LU) sollten noch in der laufenden Wintersession behandelt werden. Dies verlangen die Kundgebungsteilnehmer in ihrem Schreiben an die Nationalratspräsidentin.


Den Schutz des Wolfes nicht über den Schutz der Nutztiere stellen

Die friedliche Kundgebung vor dem ehrwürdigen Bundeshaus wurde vom Präsidenten des Schweizerischen Schafzuchtverbandes eröffnet. „Wir bauen heute eine neue Brücke zwischen Stadt- und Landbevölkerung" stellte German Schmutz fest und sagte weiter: „ Wir wollen diese Brücke ohne Scherben bauen und lassen auch keinen Abfall liegen - denn wir alle sind auch Natur- und Tierfreunde! Es wäre doch wirklich schade, wenn wir uns gegenseitig bekämpfen würden, nur wegen den Grossraubtieren!". Es gehe ihm darum, dass der Schutz des Wolfes nicht über den Schutz der Nutztiere gestellt werde. „Was wir wollen und brauchen, ist eine Zukunft für Schaf und Ziege und dies ist nur mit der Forderung wir wollen keine Schäden durch Grossraubtiere möglich", so Schmutz weiter.

Das aktuelle Konzept Wolf ist unausgewogen. Es bewirkt einen einseitigen Schutz des Wolfes. Für die Landwirtschaft wichtige Fragen bleiben offen und die bestehenden Probleme werden nicht gelöst. Die Präsenz der Wölfe in der Schweiz stellt eine Gefahr für die zukünftige Bewirtschaftung von Wiesen und Alpen dar. Für die Wiederansiedlung des Wolfes in der Schweiz wird ein enormer finanzieller Aufwand betrieben. Aufwand und Ertrag stehen in einem Missverhältnis - dies in einer Zeit, wo die Landwirtschaft vor grossen Herausforderungen und Unsicherheiten steht.

„Wir Kleinviehzüchter lassen uns den einseitigen Schutz des Wolfes nicht mehr länger gefallen - wir Züchter resp. unsere Tiere werden als Wolfsfrass deklariert!" Diese Worte richtete Tony Arnold, Vorstandsmitglied des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes, an die interessierte Menge vor dem Bundeshaus und erntete damit viel Beifall. Er wies darauf hin, wie qualvoll vom Wolf gerissene Tiere verenden müssten und stellte die Fragen: „Wo bleibt da der Tierschutz? Wo bleibt Kessler mit seinen schönen Fotos?"


Korrektur der Wolfspolitik des Bundesrates gefordert

In mehreren Motionen und Interpellationen auf eidgenössischer Ebene verlangen die Nationalräte Roberto Schmidt (CVP/VS), Oskar Freysinger (SVP/VS) und Ruedi Lustenberger (CVP/LU), dass die aktuelle Wolfspolitik gründlich korrigiert wird. Inzwischen hat der Bundesrat immerhin festgestellt, dass die Rückkehr des Wolfes nicht ohne Probleme verläuft und hiess deshalb eine der Motionen Schmidt sowie auch jene von Ruedi Lustenberger gut. Der Bundesrat ist bereit, den Schutzstatus des Wolfes von einer „streng geschützten Tierart" auf eine „geschützte Tierart" zurückzustufen und die Kompetenzen der Kantone zur Regulierung geschützter Tierarten auszuweiten. Die Motion von Oskar Freysinger (SVP/VS) fand beim Bundesrat keine Zustimmung. Sie verlangt den Austritt der Schweiz aus der „Berner Konvention" und damit die Aufhebung des Schutzstatus des Wolfes. „Die Politik und der Tierschutz nehmen es hin, dass gerissene Schafe stundenlang leiden und qualvoll verenden, nur damit der Wolf auf seine Kosten kommt", sagte der Walliser SVP-Politiker unter anderem vor den Kundgebungsteilnehmern. Viel Applaus sicherte sich sein Vorredner Roberto Schmidt bereits zu Beginn seines Referates. „Der Wolf hat in der Schweiz nichts zu suchen", rief der engagierte CVP-Mann in die Menge. In unserem engen Alpenraum sei ein Zusammenleben von Nutztieren und Wölfen unter den heutigen Rahmenbedingungen weder zumutbar noch möglich. German Schmutz verdankte die Referate der anwesenden Nationalräte - auch der Berner Oberländer SVP-Politiker Erich von Siebenthal wandte sich mit treffenden Worten an die aufmerksamen Zuhörer - und sprach ihnen ein grosses MERCI für die parlamentarischen Vorstösse und die Vertretung der Anliegen der Schaf- und Ziegenzüchter aus.


Wolf in 10 Kantonen aktiv

Seit 1996 tauchen in der Schweiz wieder Wölfe auf. In diesem Sommer dehnten sie ihr Jagdrevier auf 10 Kantone aus und stiessen vermehrt ins Talgebiet vor. Mit der starken Zunahme der Präsenz von Wölfen haben sich die Konflikte insbesondere mit der Kleinviehhaltung deutlich verschärft. Alleine im Jahr 2009 wurden rund 200 Tiere von Wölfen gerissen. Die Herdenschutzmassnahmen wurden weiter ausgedehnt. Dabei stiess man mit den zur Verfügung stehenden Herdenschutzhunden bereits an die Grenzen. Wegen den geforderten Herdengrössen von 600 bis 700 Tieren, werden viele Älpler ihren wichtigen Verdienstanteil verlieren, kleinere, sehr gute Alpen werden verganden, Lawinengefahr und Erdrutsche werden in diesen Gebieten zunehmen. Dies alles hat negative Auswirkungen auf den für die Bergregionen so wichtigen Tourismus. Und zu guter Letzt können die Herdenschutzhunde für Wanderer ein grosses Hindernis darstellen.


Ungelöste Probleme trotz Herdenschutz

Auch wenn alle möglichen praktikablen und finanzierbaren Herdenschutzmassnahmen ergriffen werden, können Schäden an Nutztieren nicht vollumfänglich verhindert werden. Herdenschutz ist nicht überall möglich, und Herdenschutzhunde sind nur in beschränkter Anzahl verfügbar. Die finanziellen Mittel, welche das BAFU für 2009 budgetiert hatte, wurden aufgebraucht. Mit der Entschädigung der gerissenen Schafe oder Ziegen ist das Problem für die Züchter zudem nicht gelöst. Langjährige Zuchtarbeit wird mit einem Schlag vernichtet und kann mit Geld nicht abgegolten werden.

Ursula Herren, SZZV

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